Rampen einbauen: So planen Sie Steigung und Material am Hauseingang richtig

Ein Hauseingang, der nicht barrierefrei ist, kann zum Hindernis werden - für Senioren, Rollstuhlfahrer oder auch jemanden mit einem Kinderwagen. Die Lösung? Eine Rampe. Aber nicht jede Rampe ist gleich. Wer sie falsch plant, macht den Eingang nicht leichter zugänglich - sondern gefährlich. Die Steigung und das Material entscheiden darüber, ob die Rampe wirklich funktioniert - oder nur aussieht, als würde sie es.

Wie steil darf eine Rampe sein?

Viele denken: Je kürzer, desto besser. Aber eine zu steile Rampe ist kein Hilfsmittel - sie ist eine Gefahr. Die DIN 18040-1, die seit 2015 gültige deutsche Norm für barrierefreies Bauen, sagt klar: Die maximale Steigung beträgt 6 %. Das bedeutet: Bei jedem Meter Länge darf die Rampe nur 6 cm an Höhe gewinnen. Klingt flach? Ist es auch - und das ist der Punkt.

Ein Beispiel: Wenn Ihre Eingangstür 30 cm über dem Gehweg liegt, brauchen Sie eine Rampe von mindestens 5 Metern Länge. Rechnung: 30 cm × 100 ÷ 6 = 500 cm. Wer das nicht macht, überschreitet die Grenze, die Menschen mit eingeschränkter Kraft bewältigen können. Studien der TU München zeigen: Nur 38 % der Menschen über 65 Jahren schaffen eine Steigung von mehr als 6 %, selbst mit guter Kondition. Und das ist kein Problem der Altersgruppe - das ist eine physikalische Tatsache.

Steigungen über 8 % sind laut der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) ein Risiko: Die Sturzgefahr steigt um 47 %. Die Industrie- und Handelskammer München warnt sogar vor rechtlichen Konsequenzen, wenn jemand auf einer zu steilen Rampe stürzt - selbst wenn sie von einer Begleitperson genutzt wird. Und das gilt nicht nur für öffentliche Gebäude. Auch im privaten Bereich zählt die Norm als verbindliche Empfehlung. Wer hier nachlässiger ist, handelt nicht nur unklug - er handelt gefährlich.

Was braucht eine Rampe sonst noch?

Länge und Steigung sind nicht alles. Eine Rampe ist ein System - und jedes Teil muss passen.

  • Breite: Mindestens 120 cm. Für zwei Rollstühle, die sich kreuzen, brauchen Sie 180 cm. Wer nur 90 cm baut, macht die Rampe für viele unbrauchbar.
  • Wendeflächen: Am Anfang und Ende der Rampe muss eine ebene Fläche von 1,5 × 1,5 Metern sein. Das ist kein Luxus - das ist Überlebensraum. Wer das vergisst, hat eine Rampe, auf der man nicht mehr wenden kann. Viele Nutzer berichten auf Reddit und Facebook: „Ich konnte im Winter nicht ins Haus, weil ich nicht wenden konnte.“
  • Handläufe: Sie müssen 85 cm hoch sein, einen Durchmesser von 3-4,5 cm haben und mindestens 30 cm über das Ende der Rampe hinausragen. Das gibt Halt, wenn man sich abstützen muss - egal ob mit Gehstock, Rollator oder einfach nur, um nicht zu stolpern.
  • Zwischenpodeste: Ab einer Gesamtlänge von 6 Metern brauchen Sie ein Podest. Mindestens 120 cm breit, 150 cm lang. Sonst wird die Rampe zur endlosen Steigung - und das ist körperlich unmöglich.

Das klingt nach viel? Ist es auch. Aber das ist der Preis für echte Barrierefreiheit. Keine halben Lösungen. Keine Kompromisse. Wer hier spart, setzt jemanden aufs Spiel.

Welches Material ist das richtige?

Die Wahl des Materials entscheidet darüber, wie lange die Rampe hält - und ob sie im Winter sicher bleibt.

Beton ist die Standardlösung. Hält 30 Jahre, ist rutschfest, wenn man Natursteinplatten oder rauhe Oberflächen aufträgt. Die Kosten liegen zwischen 4.000 und 8.000 Euro - inklusive Handläufen und Bodenbelag. Die Bauzeit: 7-14 Tage, davon mindestens 14 Tage Trockenzeit. Wer das nicht einhält, riskiert Risse. Aber: Keine andere Lösung hält so lange und ist so sicher.

Aluminium ist leicht, korrosionsbeständig und schnell montiert. Ideal für Mieter oder temporäre Lösungen. Kosten: 2.500-4.000 Euro. Aber: Viele Aluminiumrampen haben Scharniere. Und die rosten - trotz „wetterfest“-Angabe. Nutzer auf Trustpilot berichten von Rost nach 6 Monaten. Die Qualität unterscheidet sich stark. Wer hier spart, zahlt später doppelt.

Mobile Rampen aus Aluminium oder Kunststoff sind günstig: 150-1.500 Euro. Aber sie sind nur für gelegentliche Nutzung geeignet. Wer sie täglich nutzt, hat nach einem Jahr Risse, Verformungen oder abgebrochene Halterungen. Sie sind kein Ersatz für eine feste Rampe - sie sind eine Notlösung.

Holz klingt warm und natürlich. Aber: Es verwittert. 37 % der Nutzer, die selbst Holzrampen gebaut haben, berichten nach 1-2 Jahren von Rissen, Schimmel und Rutschgefahr. Ohne regelmäßige Behandlung mit Holzschutzmittel ist es eine Zeitbombe. Und selbst dann: Es bleibt anfällig für Feuchtigkeit.

Neu auf dem Markt: Modulare Systeme aus recyceltem Kunststoff. Die Firma RampenFlex hat 2024 ein System vorgestellt, das die Steigung zwischen 4 % und 8 % anpassen kann. Das ist eine Revolution - besonders für unebene Gelände. Noch teuer, aber die Zukunft.

Familie nutzt eine Aluminiumrampe mit Rollator, Kinderwagen und Handlauf in sicherer Steigung.

Wie viel kostet eine Rampe - und wer zahlt?

Die Kosten variieren stark - aber die Förderung macht es oft leichter.

  • Feste Betonrampe: 4.200 € Durchschnitt (inkl. Handläufe)
  • Feste Aluminiumrampe: 2.800 €
  • Mobile Rampe: 650 €

Die KfW-Bank fördert barrierefreie Umbauten mit bis zu 6.500 Euro pro Wohnung - über das Programm 455-E. Und ab 2025 will die Deutsche Rentenversicherung die Förderung von 4.000 auf 8.000 Euro erhöhen. Das ist kein Zufall. Die Nachfrage steigt: Jährlich wächst der Markt für barrierefreie Eingänge um 7,2 %.

Wichtig: Die Förderung ist nicht automatisch. Sie braucht einen Antrag - vor Beginn der Bauarbeiten. Und sie verlangt Nachweise: Messprotokolle, Pläne, Rechnungen. Wer das nicht macht, verliert die Förderung. Viele Handwerker helfen dabei - fragen Sie danach.

Was passiert, wenn man es falsch macht?

Die häufigsten Fehler? Sie kommen immer wieder - und sie sind vermeidbar.

  • Zu steile Rampe: 68 % aller Nachbesserungen betreffen die Steigung. Wer nur 8 % nimmt, weil „es doch reicht“, macht es gefährlich.
  • Zu schmal: 23 % der Rampen sind zu eng. Kein Platz für Rollstuhl und Begleitperson. Kein Platz für Einkaufstaschen.
  • Keine Handläufe: 17 % haben keine - oder sie sind falsch montiert. Kein Halt, kein Sicherheitsgefühl.
  • Keine Wendefläche: Die meisten Nutzer merken das erst, wenn sie nicht mehr wenden können. Dann ist es zu spät.

Und der Boden? Der ist entscheidend. Ein rutschiger Stein, eine lockere Platte - das macht jede Rampe unsicher. Der ADAC dokumentiert in seinem Sicherheitsreport: Unzureichende Bodenbeschaffenheit ist die häufigste Ursache für Unfälle an Rampen.

Modulare Rampe aus recyceltem Kunststoff mit anpassbarer Steigung und digitaler Messunterstützung.

Wie planen Sie richtig?

Hier ist ein einfacher 4-Schritte-Plan, den Architekten wie EMC2 empfehlen:

  1. Messen: Nehmen Sie das Maßband. Messen Sie die Höhendifferenz von Boden bis Türschwelle - nicht schätzen. Genau auf Millimeter.
  2. Rechnen: Nutzen Sie die Formel: Höhe in cm × 100 ÷ 6 = benötigte Länge. Wenn Sie 25 cm Höhe haben: 25 × 100 ÷ 6 = 417 cm. Runden Sie auf 4,2 m auf.
  3. Prüfen: Haben Sie 1,5 × 1,5 m Platz vor und hinter der Rampe? Passt die Breite? Gibt es Hindernisse wie Bäume, Mauern, Türen? Planen Sie die Rampe in 3D - oder nutzen Sie den kostenlosen „Rampenplaner 3D“ der TU Dortmund.
  4. Wählen: Feste Rampe? Dann Beton oder Aluminium. Temporär? Dann hochwertige mobile Lösung - und achten Sie auf Scharniere und Oberfläche.

Und: Lassen Sie sich beraten. Ein Architekt oder ein spezialisierter Handwerker kann Ihnen zeigen, wo die Grenzen liegen - und wie Sie sie einhalten. Das ist kein Luxus. Das ist Pflicht.

Was kommt als Nächstes?

Die Zukunft der Rampen ist modular, digital und nachhaltig. Systeme, die sich an das Gelände anpassen, Apps, die die DIN-Norm automatisch berechnen - das wird Standard. Aber die Grundregeln bleiben: Sicherheit vor Schnelligkeit. Barrierefreiheit vor Kompromissen.

Es geht nicht darum, eine Rampe zu bauen. Es geht darum, jemandem den Weg ins Haus zu ermöglichen - ohne Hilfe, ohne Angst, ohne Schmerz. Und das lohnt jede Planung. Jede Messung. Jede Investition.

Darf eine Rampe steiler als 6 % sein, wenn ich sie mit einem Begleiter nutze?

Nein. Selbst mit Begleitung ist eine Steigung über 6 % gefährlich. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie warnt vor einem 47 % höheren Sturzrisiko ab 8 %. Die Industrie- und Handelskammer München betont, dass zu steile Rampen rechtliche Haftungsrisiken erhöhen - auch im privaten Bereich. Die Norm ist kein Vorschlag, sondern ein Sicherheitsstandard.

Wie lange hält eine Aluminiumrampe?

Eine hochwertige feste Aluminiumrampe hält 20-30 Jahre, wenn sie richtig montiert und gewartet wird. Mobile Aluminiumrampen mit Scharnieren halten oft nur 3-5 Jahre. Viele Nutzer berichten von Rost an den Verbindungen - selbst bei „wetterfest“-Angaben. Achten Sie auf die Oberflächenbehandlung und vermeiden Sie Produkte mit offenen Metallverbindungen.

Kann ich eine Rampe selbst bauen?

Technisch ja - aber mit Risiko. 37 % der selbstgebauten Holzrampen zeigen nach 1-2 Jahren Verwitterung. Betonrampen brauchen Fachwissen für Fundament und Trockenzeit. Eine falsch gebaute Rampe ist nicht nur unsicher - sie kann auch die Förderung der KfW oder der Rentenversicherung ungültig machen. Wenn Sie selbst bauen wollen: Lassen Sie den Plan von einem Architekten prüfen - und messen Sie zweimal, bevor Sie einmal schneiden.

Welche Förderung gibt es für Rampen?

Die KfW-Bank fördert barrierefreie Umbauten mit bis zu 6.500 Euro pro Wohnung (Programm 455-E). Ab 2025 soll die Deutsche Rentenversicherung die Förderung auf bis zu 8.000 Euro erhöhen. Voraussetzung: Der Antrag muss vor Baubeginn gestellt werden, und Sie brauchen Nachweise - Messprotokolle, Pläne, Rechnungen. Einige Kommunen bieten zusätzliche Zuschüsse - erkundigen Sie sich beim örtlichen Sozialamt.

Muss ich eine Rampe einbauen, wenn ich vermiete?

Nein - aber es ist eine Pflicht, wenn der Mieter eine barrierefreie Wohnung verlangt und die Behinderung vor Vertragsabschluss bekannt war. Nach dem Wohnungsanpassungsgesetz muss der Vermieter angemessene Umbauten dulden - und die Kosten können über die KfW oder die Rentenversicherung teilweise erstattet werden. Wer eine Rampe ablehnt, riskiert eine Klage wegen Diskriminierung.

November 28, 2025 / Bauen und Renovieren /

Kommentare (1)

Claudia van Tunen

Claudia van Tunen

November 29, 2025 AT 00:40

ich find das gut aber braucht man wirklich so viel beton? ich hab ne mobile rampe und die reicht für mich

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