Wenn Sie Ihr Dachgeschoss nutzen, aber immer noch alte Dachfenster haben, dann verlieren Sie jedes Jahr Geld - und Komfort. Ein 25 Jahre altes Dachfenster mit Einfachverglasung lässt so viel Wärme entweichen, als würde ein Fenster im Erdgeschoss offen stehen. Das ist nicht nur teuer, es führt auch zu kalten Füßen im Winter, Überhitzung im Sommer und manchmal sogar zu Schimmel an den Wänden. Der Austausch gegen moderne, energieeffiziente Dachfenster ist keine teure Renovierung - es ist eine Investition, die sich innerhalb von 8 bis 12 Jahren amortisiert und danach jahrelang spart.
Warum alte Dachfenster so viel Energie verschwenden
Dachfenster aus den 80er- und 90er-Jahren haben meist Einfachverglasung. Der U-Wert - also der Wärmedurchgangskoeffizient - liegt bei 5 bis 6 W/(m²K). Das bedeutet: Für jedes Quadratmeter Fensterfläche fließen fünf bis sechs Watt Wärme pro Stunde nach draußen. Moderne Dachfenster mit Dreifachverglasung kommen auf unter 1,1 W/(m²K). Ein Unterschied von fast 80 %.Die Zahlen sprechen klar: Wer ein 25 Jahre altes Dachfenster durch ein neues mit Dreifachverglasung ersetzt, senkt den Heizenergiebedarf im Dachgeschoss um bis zu 17 %. Das ist kein theoretischer Wert. Das Ehepaar Graß aus Brandenburg sparte nach dem Austausch von 10 Fenstern 2.100 Euro pro Jahr an Heizkosten. Ihr Primärenergiebedarf fiel um 83 %. Ähnlich bei Liese & Arend aus Berlin: 1.650 Euro Einsparung, 81 % weniger Energieverbrauch.
Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Alte Fenster sind nicht nur schlecht isoliert - sie sind auch undicht. Luft strömt durch Ritzen, Dichtungen sind brüchig, die Rahmen verformt. Das führt nicht nur zu Wärmeverlust, sondern auch zu Kondenswasser. Und Kondenswasser? Das ist der Hauptgrund für Schimmel im Dachgeschoss. Viele Hausbesitzer denken, der Schimmel komme vom Dach undicht, aber oft ist es nur ein schlecht installiertes Fenster.
Was modernen Dachfenstern ihren Vorteil gibt
Heutige Dachfenster sind nicht einfach nur besser verglast. Sie sind komplexe Systeme. Die wichtigsten Verbesserungen:- Dreifachverglasung: Zwei Luft- oder Edelgasfüllungen zwischen drei Glasscheiben. Das reduziert den U-Wert auf unter 1,1 W/(m²K). Einige Modelle wie das FAKRO FTT U8 Thermo erreichen sogar 0,58 W/(m²K).
- Warmumrandung: Der Rahmen ist nicht mehr aus Aluminium, sondern aus Kunststoff oder Holz-Alu-Komposit. Das verhindert Wärmebrücken an den Rändern.
- Edelgasfüllung: Argon oder Krypton im Zwischenraum dämpfen die Wärmeleitung noch weiter als Luft.
- Low-E-Beschichtung: Eine unsichtbare Metallschicht reflektiert Wärme zurück ins Zimmer - im Winter, und hält Hitze draußen - im Sommer.
- Luftdichte Montage: Heutige Fenster werden mit speziellen Dichtbändern und Abdichtungssystemen eingebaut, die nicht nur wasserdicht, sondern auch luftdicht sind.
Die Technik hat sich so weit entwickelt, dass moderne Dachfenster im Sommer bis zu 8,9 °C kühler bleiben als alte. Das bedeutet: Kein Schwitzen mehr im Dachgeschoss, kein ständiges Lüften, kein Klimagerät nötig. Und das bei einem Fenster, das Tageslicht bringt - nicht künstliches Licht.
Kosten: Was Sie wirklich bezahlen müssen
Die Kosten für einen Austausch variieren stark - aber sie sind berechenbar. Sie zahlen nicht nur für das Fenster, sondern für die gesamte Installation.Fensterpreis:
- Doppelverglasung: 290-340 € pro m²
- Dreifachverglasung: 340-390 € pro m²
Ein typisches Dachfenster ist etwa 1,2 m × 1,4 m = 1,68 m². Das macht bei Dreifachverglasung etwa 580-650 € für das Fenster selbst.
Montagekosten:
- Wenn die alte Fensternische erhalten bleibt: 2-3 Stunden Arbeit, etwa 250-400 €
- Wenn die Nische komplett erneuert werden muss: 5-6 Stunden, 600-900 €
Das bedeutet: Ein einzelnes Fenster kostet zwischen 800 € und 1.500 €, je nach Aufwand. Bei 5 Fenstern rechnen Sie mit 4.000-7.500 € Gesamtkosten.
Das klingt viel - aber es ist kein Verlust. Es ist eine Investition. Und die wird gefördert.
Wie Sie bis zu 25 % der Kosten zurückbekommen
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zahlt Zuschüsse für Dachfenster, die einen U-Wert von 0,8 W/(m²K) oder besser haben. Seit März 2024 steigt der Zuschuss von 20 % auf 25 %. Das ist kein Kredit - das ist Geld, das Sie nicht zurückzahlen müssen.Beispiel: Sie tauschen 5 Fenster aus, Gesamtkosten 6.000 €. Sie wählen Modelle mit Uw = 0,6 W/(m²K) - also die neueste Generation. Dann bekommen Sie 25 % von 6.000 € = 1.500 € Förderung. Sie zahlen nur 4.500 € selbst.
Wichtig: Die Förderung läuft über den BAFA. Sie müssen einen zertifizierten Energieberater beauftragen, der die Maßnahme vorher plant und nachher abnimmt. Die Anträge müssen vor der Bestellung des Fensters gestellt werden. Wer zuerst den Fensterlieferanten wählt und dann erst den Antrag stellt, verliert die Förderung.
Die KfW bietet zusätzlich Beratungsgutscheine an. Mit einem Gutschein von 300 € können Sie einen Energieberater für eine detaillierte Analyse Ihres Dachgeschosses beauftragen - inklusive Empfehlung, welche Fenstermodelle für Ihre Dachneigung und Ausrichtung am besten passen.
Welche Hersteller wirklich überzeugen
Der Markt ist voll mit Namen - aber nur wenige liefern echte Spitzenwerte. Hier die Top 3:- FAKRO: Mit dem FTT U8 Thermo hat FAKRO das energieeffizienteste Dachfenster auf dem Markt: Uw = 0,58 W/(m²K). Ideal für Passivhaus-Standard. Auch die Montagesysteme sind besonders dicht.
- VELUX: Marktführer mit 42 % Anteil. Bekannt für Zuverlässigkeit und breites Angebot. Seit April 2024 gibt es auch Modelle mit integrierter Photovoltaik - die Fenster erzeugen Strom.
- Roto-Frank: Starke Konkurrenz mit guter Preis-Leistung. Besonders gut für größere Formate und integrierte Rollläden.
Einige Hersteller wie VELUX oder FAKRO bieten auch Fenster mit automatischer Verglasung an, die sich je nach Außentemperatur verändern - noch nicht alltagstauglich, aber die Zukunft. Wer jetzt ein Fenster mit Uw ≤ 0,6 kauft, ist bis 2030 und darüber hinaus auf der sicheren Seite. Denn ab 2030 schreibt die EU vor: Nur noch Fenster mit Uw ≤ 0,6 W/(m²K) sind erlaubt.
Was schiefgehen kann - und wie Sie es vermeiden
Die meisten Probleme entstehen nicht am Fenster, sondern an der Montage. Hier die drei häufigsten Fehler:- Keine Luftdichtigkeit: Wenn die Dichtung nicht richtig eingebaut wird, zieht es. Und dann bildet sich Kondenswasser - und Schimmel. Der Nutzer 'Sanierer2023' berichtet auf Reddit: 'Nach dem Einbau hatte ich Schimmel, weil die Innenverkleidung nicht erneuert wurde.' Die Lösung: Die Innenseite des Fenstersturzes muss mit einem luftdichten Dämmstreifen abgedichtet werden - nicht mit Gipskarton, sondern mit speziellen Dichtungsbändern.
- Wärmebrücken: Wenn der Rahmen direkt auf die Dachsparren montiert wird, ohne Dämmung dazwischen, entsteht eine Wärmebrücke. Das Ergebnis: Kälte an der Wand, Schimmel an der Decke. Lösung: Dämmstreifen zwischen Rahmen und Sparren einbringen - auch bei der Unterseite.
- Kein sommerlicher Wärmeschutz: Viele denken nur an Winter. Aber im Sommer wird das Dachgeschoss zur Sauna. Ein Fenster mit Low-E-Beschichtung und Sonnenschutz (z. B. innenliegender Rollladen) verhindert das. Ohne Sonnenschutz ist selbst das beste Fenster im Juli eine Falle.
Prof. Dr. Markus Herdin von der Hochschule München warnt: 'Der sommerliche Wärmeschutz wird bei 7 von 10 Sanierungen vernachlässigt.'
Was Sie vor dem Kauf tun müssen
Bevor Sie irgendetwas bestellen, machen Sie diese 5 Schritte:- Prüfen Sie den U-Wert Ihres alten Fensters. Meist steht er auf einem Etikett im Rahmen. Wenn nicht: Alter Baujahr vor 1995? Dann ist es Einfachverglasung - U-Wert 5-6.
- Bestimmen Sie die Dachneigung. Dachfenster funktionieren optimal zwischen 15° und 55°. Bei flacheren Dächern (unter 15°) brauchen Sie spezielle Flachdachfenster. Bei steileren Dächern (über 55°) ist die Montage schwieriger.
- Vermessung der Öffnung. Messen Sie die innere Öffnung - nicht den alten Rahmen. Die neue Fenstergröße muss exakt passen, sonst gibt es Lücken.
- Beratung durch einen Energieberater. Lassen Sie sich vorher beraten - besonders wenn Sie Förderung wollen. Die KfW bietet kostenlose Online-Beratung an.
- Wählen Sie den richtigen Sonnenschutz. Ein innenliegender Rollladen ist besser als ein Außenrollo - er hält die Wärme nicht nur draußen, sondern verhindert auch, dass sie im Fenster selbst gespeichert wird.
Die Zukunft ist klar: Sanieren lohnt sich
Der deutsche Dachfenstermarkt wächst jedes Jahr um über 7 %. Im Jahr 2023 wurden 1,42 Milliarden Euro umgesetzt. Warum? Weil die Menschen merken: Es lohnt sich. Die Energiepreise sind nicht mehr temporär - sie sind strukturell hoch. Die Förderung wird nicht verschwinden. Und die Gesetze werden strenger.Wer jetzt sanieren lässt, spart nicht nur Energie - er steigert den Wert seines Hauses. Wer später sanieren muss, zahlt doppelt: einmal die hohen Energiekosten, einmal die teurere Sanierung unter Druck.
Ein Dachfenster ist kein Ersatzteil. Es ist ein Teil Ihres Zuhauses - und wie alle Teile Ihres Zuhauses sollte es funktionieren. Nicht nur Licht bringen. Sondern auch Wärme halten. Und Komfort geben.
Wie viel kostet der Austausch eines Dachfensters?
Die Kosten liegen zwischen 1.000 und 2.000 Euro pro Fenster, abhängig von Größe, Verglasung und Montageaufwand. Bei Dreifachverglasung und kompletter Erneuerung der Fensternische rechnen Sie mit 1.500 bis 2.000 Euro. Doppelverglasung kostet etwa 1.000 bis 1.400 Euro. Die Förderung kann bis zu 25 % der Kosten übernehmen.
Welcher U-Wert ist für Dachfenster gesetzlich vorgeschrieben?
Nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG 2020) dürfen neue Dachfenster einen U-Wert von maximal 1,4 W/(m²K) haben. Für die Förderung durch die BEG brauchen Sie jedoch einen Wert von 0,8 W/(m²K) oder besser. Die EU verlangt ab 2030 nur noch Fenster mit Uw ≤ 0,6 W/(m²K).
Lohnt sich der Austausch, wenn ich das Haus bald verkaufe?
Ja. Ein Dachgeschoss mit modernen, energieeffizienten Fenstern ist deutlich attraktiver für Käufer. Es reduziert die Energiekosten - ein entscheidender Faktor bei der Kaufentscheidung. Außerdem wird der Energieausweis besser, was bei Verkauf gesetzlich vorgeschrieben ist. Häuser mit schlechten Energiebewertungen verkaufen sich schwerer und günstiger.
Kann ich die alten Dachfenster selbst ausbauen?
Technisch möglich, aber nicht empfehlenswert. Das Ausbauen ist riskant: Sie können die Dachhaut beschädigen, die Dämmung zerstören oder die Dachkonstruktion schwächen. Außerdem müssen die neuen Fenster luftdicht montiert werden - das erfordert Fachwissen. Die meisten Hersteller verweigern die Garantie, wenn die Montage nicht von einem zertifizierten Fachbetrieb durchgeführt wird.
Warum entsteht Schimmel nach dem Austausch?
Schimmel entsteht nicht durch das neue Fenster, sondern durch schlechte Montage. Wenn die Luftdichtheit nicht gewährleistet ist, dringt warme, feuchte Raumluft in die kalte Dachkonstruktion ein. Dort kondensiert sie - und bildet Schimmel. Die Lösung: Die Innenseite des Fenstersturzes mit einem luftdichten Dichtungsband abdichten und die Innenverkleidung erneuern, wenn sie feucht oder beschädigt ist.
Brauche ich einen Sonnenschutz bei neuen Dachfenstern?
Ja, unbedingt. Auch die besten Dachfenster lassen Sonnenwärme durch. Ein innenliegender Rollladen oder eine Jalousie reduziert die Raumtemperatur im Sommer um bis zu 8 °C. Außenliegende Sonnenschutzsysteme sind weniger effektiv, da die Wärme erst im Fenster selbst gespeichert wird. Für Dachgeschosse mit Südausrichtung ist Sonnenschutz Pflicht - nicht Option.
Kommentare (1)
kirsti wettre brønner
November 27, 2025 AT 23:16Ich hab letztes Jahr meine 3 Fenster ausgetauscht – totaler Unterschied! Kein Kältezug mehr, und die Wohnung fühlt sich einfach wohler an. 😊