Wer heute in Immobilien investiert, merkt schnell: Die Zeiten, in denen man einfach irgendetwas kaufte und die Wertsteigerung einschlief, sind vorbei. Im Jahr 2025 haben sich Logistikimmobilien und spezialisierte Gewerbeflächen für die Lagerung und Distribution von Waren zu echten Rendite-Motoren entwickelt. Während der klassische Büromarkt oft noch mit Homeoffice-Folgen kämpft, boomt die Infrastruktur hinter dem Online-Handel und der Just-in-Time-Produktion. Aber Vorsicht: Die Spreu trennt sich von Weizen. Nur wer auf Prime-Qualität und die richtige Mikrolage setzt, fährt wirklich gut.
Warum Gewerbeparks jetzt die smartere Wahl sind
Ein Gewerbepark ist weit mehr als nur eine Ansammlung von Hallen. Man kann ihn sich als ein in sich geschlossenes Areal vorstellen, das gezielt für die Ansiedlung von Unternehmen konzipiert wurde. Das Besondere hier ist die sogenannte Multi-Tenant-Struktur. Anstatt auf einen einzigen großen Mieter zu hoffen, verteilt sich das Risiko auf verschiedene Nutzer. Hier finden sich oft Büros, Lager und Servicebereiche unter einem Dach.
Für Investoren ist das extrem attraktiv. Warum? Weil die Nutzungsvielfalt das Leerstandsrisiko massiv senkt. Wenn ein Mieter geht, zieht vielleicht ein anderer ein, der ganz andere Bedürfnisse hat, aber die Fläche trotzdem nutzen kann. In der Realität sehen wir hier einen Basis-IRR-Wert von etwa 5,22 Prozent, wobei Core-Werte je nach Qualität zwischen 3,97 und 5,99 Prozent schwanken. Das macht Gewerbeparks zu einer stabilen Alternative für alle, die nicht alles auf eine Karte setzen wollen.
Die harten Fakten: Logistikimmobilien im Check
Der Markt für Logistik ist 2025 wieder richtig in Fahrt gekommen. Mit einem Transaktionsvolumen von insgesamt 6,58 Milliarden Euro zeigt sich, dass das institutionelle Kapital zurückkehrt. Besonders beeindruckend ist der Flächenumsatz: Knapp 6,1 Millionen Quadratmeter wurden bundesweit bewegt - das ist ein Plus von fast 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Nachfrage nach effizienten Logistikknotenpunkten ist also ungebrochen.
Die Renditen haben sich stabilisiert, allerdings gibt es deutliche regionale Unterschiede. Wer in A-Standorten investiert, muss mit Spitzenrenditen von etwa 4,40 Prozent rechnen. In Leipzig liegt der Wert bei 4,60 Prozent, während Frankfurt mit 4,90 Prozent etwas attraktivere Ankaufsrenditen bietet. Interessant ist, dass die Mieten in den Top-5-Märkten im Schnitt auf 8,66 Euro pro Quadratmeter und Monat gestiegen sind. In Frankfurt gibt es sogar Spitzenwerte von 8,80 Euro, was einem Plus von 11 Prozent entspricht.
| Stadt/Region | Spitzenrendite | Top-Miete (pro m²/Monat) | Dynamik |
|---|---|---|---|
| Frankfurt | 4,90 % | 8,80 € | + 11 % |
| Berlin | 4,50 % | ~ 8,50 € | Stabil |
| Düsseldorf | 4,50 % | 8,70 € | + 2 % |
| Köln | ~ 4,60 % | 8,20 € | + 6 % |
| Hamburg | ~ 4,50 % | 8,50 € | Unverändert |
Das Geheimnis der Produktionsimmobilien
Wenn Sie wirklich auf maximale Rendite aus sind und ein etwas höheres Risiko in Kauf nehmen, sollten Sie einen Blick auf Produktionsimmobilien werfen. Das sind Objekte, die speziell für die Fertigung und Herstellung von Gütern ausgestattet sind. Hier ist die technische Komplexität höher, was die Drittverwendungsfähigkeit im Vergleich zu einer einfachen Lagerhalle einschränkt.
Genau hier liegt aber der Gewinn: Da diese Immobilien spezifischer sind, locken sie mit deutlich höheren Renditen. Der Basis-IRR-Wert liegt hier bei stolzen 6,14 Prozent, wobei Core-Werte sogar bis zu 7,51 Prozent erreichen können. Das ist ein massiver Sprung gegenüber klassischen Büro- oder Wohnimmobilien. Wer also ein Portfolio aufbauen will, das wirklich Cashflow generiert, kommt an diesem Segment kaum vorbei.
Worauf Sie beim Kauf wirklich achten müssen
Es reicht nicht mehr, einfach "eine Halle in der Nähe der Autobahn" zu kaufen. Investoren sind 2025 extrem selektiv. Wer Abweichungen von der Prime-Qualität akzeptiert, muss diese heute massiv in den Preis einrechnen. Die drei wichtigsten Faktoren sind:
- Die Mikrolage: Wie schnell kommen LKW rein und raus? Gibt es Staus an den Zufahrten? Eine Halle, die 5 Minuten länger im Stau steht, kostet den Mieter Geld und senkt Ihren Marktwert.
- Die Anbindung: Die Nähe zu Autobahnen, Schienennetzen oder Wasserwegen ist nicht verhandelbar. Gateway-Funktionen in Städten wie Hamburg oder Frankfurt machen Objekte krisenfest.
- Drittverwendungsfähigkeit: Könnte ich die Halle morgen an einen Logistiker vermieten, wenn der aktuelle Produktionsbetrieb pleitegeht? Je flexibler die Fläche, desto geringer das Risiko.
Ein Trend, der sich 2025 verstärkt hat, ist die Zunahme von Core-Transaktionen. Diese stiegen um 23 Prozentpunkte auf nun 49 Prozent. Das bedeutet, dass Profis wieder vermehrt in hochwertige, risikoarme Objekte investieren, anstatt auf spekulative Portfolios zu setzen. Das kleinere und mittlere Segment ist zwar ebenfalls aktiv, aber die echte Sicherheit liegt in den etablierten Märkten vom Ruhrgebiet bis nach Stuttgart.
Strategische Ausrichtung für Ihr Portfolio
Wenn Sie heute entscheiden müssen, wohin das Geld fließt, sollten Sie eine Mischstrategie fahren. Ein reiner Fokus auf Logistik kann bei einem konjunkturellen Knick riskant sein, auch wenn das Segment bisher sehr robust lief. Die Kombination aus einem stabilen Gewerbepark mit Multi-Tenant-Struktur und einer hochrentablen Produktionsimmobilie bietet die beste Balance aus Sicherheit und Ertrag.
Beachten Sie dabei, dass wir eine leichte Dekompression der Netto-Spitzenrenditen in A-Standorten sehen. Das bedeutet, dass die Renditen minimal steigen - ein Zeichen dafür, dass der Markt wieder realistischere Preise findet. Es ist also ein guter Zeitpunkt zum Einstieg, bevor die Renditen durch eine zu starke Nachfrage wieder nach unten gedrückt werden.
Was ist der Unterschied zwischen einem Logistikzentrum und einem Gewerbepark?
Ein Logistikzentrum ist primär auf die Lagerung und den Versand von Waren optimiert und oft von einem einzigen großen Logistikdienstleister belegt. Ein Gewerbepark hingegen ist ein gemischtes Areal mit verschiedenen Unternehmen, die eine Kombination aus Büro, Werkstatt und Lager nutzen. Der Gewerbepark bietet durch die Multi-Tenant-Struktur eine höhere Risikostreuung für den Investor.
Wie hoch ist die aktuelle Renditeerwartung für Logistikimmobilien in A-Städten?
Im Jahr 2025 liegen die Spitzenrenditen für A-Standorte bei etwa 4,40 Prozent. Je nach Stadt gibt es leichte Abweichungen, so bietet Frankfurt beispielsweise mit rund 4,90 Prozent eine attraktivere Rendite als Berlin oder Düsseldorf (beide ca. 4,50 Prozent).
Warum sind Produktionsimmobilien rentabler als reine Lagerflächen?
Produktionsimmobilien haben eine höhere technische Ausstattung und sind spezifischer auf den Nutzer zugeschnitten. Diese geringere Drittverwendungsfähigkeit (sie lassen sich schwerer an andere Branchen vermieten) führt zu einem höheren Risikoaufschlag, was sich in einem höheren Basis-IRR von etwa 6,14 Prozent widerspiegelt.
Sind die Mieten in Logistikimmobilien weiterhin steigend?
Ja, der Trend ist positiv. In den Top-5-Märkten stieg die Top-Miete im Durchschnitt auf 8,66 Euro pro Quadratmeter und Monat. Besonders starker Zuwachs war in Frankfurt mit einem Plus von 11 Prozent zu verzeichnen.
Welche Risiken gibt es bei Investitionen in Gewerbeparks?
Das größte Risiko ist eine schlechte Mikrolage oder eine mangelhafte Anbindung an die Verkehrsinfrastruktur. Zudem können veraltete energetische Standards zu hohen Sanierungskosten führen, was die Nettorendite drastisch senken kann. Eine hohe Selektivität bei der Objektqualität ist daher essenziell.
Nächste Schritte für Investoren
Wenn Sie jetzt einsteigen wollen, starten Sie mit einer detaillierten Analyse der Mikrolage. Prüfen Sie nicht nur die Stadt, sondern die genaue Zufahrtssituation. Für konservative Anleger empfiehlt sich der Kauf von Anteilen an bestehenden Core-Portfolios mit hoher Mieterdiversität. Wer maximale Rendite sucht, sollte gezielt nach Produktionsimmobilien in Industrieclustern (z.B. Raum Stuttgart oder Ruhrgebiet) suchen, jedoch die Flexibilität der Fläche kritisch prüfen.