Kosten für die komplette Badsanierung: Alle Posten und echte Beispiele 2026

Ein Bad zu sanieren klingt einfach: alte Fliesen raus, neue rein, neue Waschbecken, fertig. Doch wer schon einmal ein ganzes Bad erneuert hat, weiß: Es ist ein Projekt mit vielen Überraschungen. Die Kosten können von 7.000 € bis über 35.000 € schwanken - und das bei einem Raum von nur 8 bis 10 Quadratmetern. Warum so viel? Und was genau zahlt man eigentlich für das Geld? In diesem Artikel zeigen wir dir Badsanierung Kosten Schritt für Schritt - mit echten Beispielen, versteckten Kosten und den wichtigsten Fehlern, die du vermeiden solltest.

Was gehört wirklich zu einer kompletten Badsanierung?

Eine komplette Badsanierung bedeutet mehr als nur neue Fliesen verlegen. Es ist eine Grundsanierung, bei der fast alles neu wird: alte Fliesen, alte Rohre, alte Elektroleitungen, alte Dichtungen, alte Armaturen, alte Badmöbel - alles raus. Dazu kommen neue Abdichtungen, neue Fußbodenheizung, neue Beleuchtung, neue Lüftung. Selbst wenn du die Badewanne behalten willst, muss sie oft neu eingebaut werden, weil die Unterbau-Struktur nicht mehr passt. Und das ist nur der Anfang.

Im Jahr 2025 ist eine echte Komplettsanierung kein Luxus mehr - sie ist Standard. Denn alte Bäder aus den 70er oder 80er Jahren haben oft undichte Rohre, veraltete Elektrik und keine Barrierefreiheit. Die Deutsche Handwerkskammer warnt: Wer unter 7.000 € für eine komplette Sanierung anbietet, spart an den falschen Stellen. Meistens sind es minderwertige Materialien oder fehlende Arbeiten wie die Abdichtung unter den Fliesen, die später zu Schimmel führen.

Die Kostenstruktur: Was kostet was?

Die Kosten einer Badsanierung teilen sich grob in zwei Teile: 60 % Arbeitskosten, 40 % Materialkosten. Das ist wichtig, denn viele Bauherren denken, sie sparen, wenn sie selbst Fliesen legen. Aber die Arbeit ist komplex - und ein Fehler kostet mehr als der Fachmann.

Bei einem durchschnittlichen Bad von 8 Quadratmetern sieht die Kostenaufschlüsselung so aus:

  • Abriss und Entsorgung: 1.200 € - Alte Fliesen, alte Badewanne, alte Rohre, alte Dichtungen - alles muss weg. Und das ist kein einfacher Abbruch. Alte Rohre aus Blei oder Asbest müssen fachgerecht entsorgt werden.
  • Sanitärinstallation: 4.500 € - Das ist der größte Posten. Dazu gehören: neue Wasser- und Abwasserleitungen, neue Duschwanne oder Badewanne, neue Waschbecken, neue Toilette, neue Anschlüsse. Eine Walk-in-Dusche mit LED-Beleuchtung kostet allein 3.000-5.000 €, eine Standard-Badewanne 1.000-3.500 €.
  • Fliesen und Verlegen: 3.600 € - Fliesen sind nicht gleich Fliesen. Günstige Keramik kostet 20 €/m², hochwertige Naturstein-Fliesen 80 €/m² und mehr. Dazu kommt das Verlegen, das in einem Badezimmer besonders aufwendig ist: Boden, Wände, Ecken, Übergänge. Ein Profi braucht 3-5 Tage für 8 m².
  • Elektrik und Beleuchtung: 1.000 € - Neue Leitungen, neue Steckdosen, neue Lichtschalter, LED-Beleuchtung, Spiegelschrank mit Beleuchtung. In vielen Fällen muss auch die Lüftungsanlage erneuert werden - das kostet extra.
  • Malerarbeiten: 600 € - Nach dem Fliesenlegen müssen alle Wände, die nicht gefliest sind, neu gestrichen werden. Feuchtraumfarbe ist Pflicht. Und wenn es Schimmel gab, muss erst die Ursache beseitigt werden - das kostet zusätzlich.
  • Badmöbel und Ausstattung: 4.000 € - Waschbeckenunterschrank, Spiegelschrank, Handtuchhalter, Duschvorhang, Toilettenpapierhalter. Hier kannst du sparen - oder richtig investieren. Ein hochwertiger Waschbeckenunterschrank aus Massivholz kostet 1.500 €, ein billiger MDF-Schrank 400 €.
  • Nebenkosten: 500 € - Abfallgebühren, Schutzfolien, Kleber, Dichtmassen, Versicherungen, kleine Werkzeuge. Diese Posten werden oft vergessen - aber sie summieren sich.

Das macht zusammen 15.400 € - ein realistischer Mittelwert für ein gut ausgestattetes Bad. Aber das ist nur der Anfang.

Die drei Ausstattungsniveaus: Budget, Mittelklasse, Premium

Nicht alle Bäder sind gleich. Die Kosten hängen stark davon ab, wie hoch du die Ausstattung ansetzt.

Budget-Sanierung (500-800 €/m²): Für 8 m²: 4.000-6.400 €. Hier werden günstige Fliesen aus Asien verwendet, einfache Kunststoffarmaturen, keine Fußbodenheizung, kein Duschsystem mit Kopfbrause. Die Sanitärinstallation ist minimal - oft werden alte Rohre nur repariert, nicht erneuert. Diese Sanierung hält 8-10 Jahre - dann ist wieder Sanierungsbedarf.

Mittelklasse (800-1.500 €/m²): Für 8 m²: 6.400-12.000 €. Das ist das, was die meisten Familien wählen. Qualitativ gute Fliesen, moderne Waschbecken mit Einbau, eine Duschwanne mit Ablauf, LED-Beleuchtung, ein einfacher Waschbeckenunterschrank. Die Rohre werden erneuert, die Abdichtung ist fachgerecht. Hier ist die Investition sinnvoll - die Bäder halten 15-20 Jahre.

Premium-Sanierung (1.500-2.500 €/m²): Für 8 m²: 12.000-20.000 €. Hier geht es um Komfort und Design. Naturstein-Fliesen, Wand- und Bodenheizung, eine echte Duschwand mit mehreren Brausen, ein freistehendes Waschbecken, ein hochwertiger Spiegelschrank mit integrierter Beleuchtung, ein Touch-Steuerungssystem für die Beleuchtung. Manche setzen sogar auf eine Sauna- oder Dampfdusche. Diese Bäder sind nicht nur schön - sie steigern den Wert der Immobilie um bis zu 20 %.

Kostenstruktur eines Badsanierungsprojekts als 3D-Pie-Chart aus realen Bad-Elementen wie Wanne, Fliesen und Leitungen.

Warum kostet es oft mehr als geplant?

Fast jeder, der ein Bad sanieren lässt, überschreitet das Budget. Die durchschnittliche Überschreitung liegt laut Bauverband Deutschland bei 18,5 %. Warum?

Die häufigsten Überraschungen:

  • Undichte Rohre: In 72 % der Fälle werden alte Leitungen beschädigt oder verrostet. Die müssen dann komplett ersetzt werden - und das kostet extra. Ein Nutzer auf Reddit berichtet: "Mein Bad war 7 m² groß. Ich hatte 12.000 € eingeplant. Am Ende waren es 14.200 € - weil die Abwasserleitung komplett neu verlegt werden musste."
  • Schimmel und Feuchtigkeitsschäden: Wenn hinter den Fliesen Schimmel ist, muss die Wand komplett abgebaut werden. Das kostet 1.500-3.000 € extra.
  • Lieferengpässe: Seit 2023 sind Fliesen um 8 % teurer, Armaturen um 6 %. Ein Badewanneneinbau, der im Januar 2025 bestellt wurde, kam erst im April - und kostete 400 € mehr.
  • Erweiterung des Umfangs: "Ich dachte, ich mache nur das Bad. Dann sah ich, dass die Wand zum Schlafzimmer nass ist - also musste ich auch die angrenzende Wand sanieren."

Experten empfehlen: Plane immer 15-20 % als Puffer ein. Und lass dich nicht von zu günstigen Angeboten locken. Die Verbraucherzentrale hat 2025 65 % der Angebote auf Unklarheiten geprüft - fast jedes zweite Angebot hatte fehlende Posten.

Wie du Geld sparen kannst - ohne Qualität zu verlieren

Du willst nicht 20.000 € ausgeben? Kein Problem. Hier sind die cleversten Tricks:

  • Nutze die KfW-Förderung: Seit Januar 2024 gibt es bis zu 6.240 € Zuschuss für barrierefreie Sanierungen. Das bedeutet: breitere Türen, rutschfeste Böden, Haltegriffe, ebenerdige Dusche. Wenn du das einbaust, bekommst du Geld - und deine Bäder werden sicherer.
  • Wähle energiesparende Armaturen: Eine wassersparende Brause spart 30 % Wasser - das macht 150-200 € pro Jahr. Die Anschaffung kostet 100-200 € mehr - aber amortisiert sich in 1-2 Jahren.
  • Fliesen selbst verlegen: Wenn du handwerklich geschickt bist, kannst du Fliesen selbst verlegen. Sparen: bis zu 1.500 €. Aber nur, wenn du wirklich weißt, wie man eine Abdichtung macht. Ein falscher Kleber - und der Boden wird rutschig.
  • Bestelle online: Waschbecken, Spiegelschrank, Duschwand - die kannst du oft 20-30 % günstiger bei Online-Händlern kaufen. Aber: Lieferzeit und Montage sind dann deine Aufgabe.
Modernes Premium-Bad mit Marmorwaschbecken, beheiztem Steinboden und Glasdusche mit integrierter LED-Beleuchtung.

Die wichtigsten Fehler bei der Badsanierung

Hier sind die fünf größten Fehler, die Bauherren machen - und wie du sie vermeidest:

  1. Fehlende Planung: 87 % der Bauherren lassen sich von Handwerkern beraten - aber nur 12 % holen einen unabhängigen Gutachter. Der kostet 300 € - aber verhindert 5.000 € Fehlplanung.
  2. Keine Kostenpuffer: Wer 15.000 € eingeplant hat und keine Reserve hat, wird zum Opfer von Überraschungen. Plane 20 % mehr ein.
  3. Materialwahl ohne Prüfung: Günstige Fliesen sehen gut aus - aber sind sie wirklich wasserfest? Prüfe die Wasseraufnahme. Die muss unter 0,5 % liegen.
  4. Keine Bauphase dokumentieren: Fotos vor, während und nach der Sanierung. Wenn später etwas kaputt ist, brauchst du Beweise.
  5. Handwerker ohne Vertrag: Immer schriftlich: Was wird gemacht, wann, für wie viel. Und: Wer haftet bei Schäden?

Wie lange dauert eine Badsanierung?

Eine komplette Sanierung dauert 4-6 Wochen - aber nur, wenn alles gut läuft. Die Planungsphase sollte mindestens 8-10 Wochen betragen. Hier musst du entscheiden: Welche Armaturen? Welche Fliesen? Welche Farbe? Welche Förderung? Die Deutsche Energie-Agentur empfiehlt: Nutze die digitale Planungsplattform der Handwerkskammer - sie zeigt dir 3D-Visualisierungen und Kostenvorhersagen kostenlos an.

Die eigentliche Bauphase: 1. Woche - Abriss. 2. Woche - Rohr- und Elektroarbeiten. 3. Woche - Abdichtung und Trocknung. 4. Woche - Fliesenlegen. 5. Woche - Einbau der Sanitärgeräte. 6. Woche - Feinarbeiten, Reinigung, Abnahme.

Wenn du auf die Lieferung wartest - oder Schimmel entdeckst - kann es auch 8-10 Wochen dauern. Plan Zeit ein. Ein Bad ohne Dusche ist stressig - besonders, wenn du Kinder hast.

Was bringt eine Badsanierung wirklich?

Die Immobilienwerte steigen nach einer Sanierung um 15-20 %. Das ist kein Mythos. Eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Immobilienwirtschaft aus Q1 2025 zeigt: Ein modernisiertes Bad ist einer der größten Werttreiber bei der Verkaufsbewertung. Aber das ist nur die eine Seite.

Die andere: Du lebst besser. Ein barrierefreies Bad bedeutet Sicherheit im Alter. Eine energiesparende Armatur spart Geld. Ein schönes Bad macht morgens Freude. Und wenn du dich für eine gute Sanierung entscheidest, hast du 20 Jahre Ruhe - und keine Stress-Überraschungen.

Wie viel kostet eine Badsanierung bei 8 m²?

Die Kosten für ein 8 m² großes Bad liegen zwischen 7.000 € und 35.000 €. Ein günstiges Budgetbad kommt auf 7.000-12.000 €, ein mittleres Bad auf 12.000-18.000 €, ein Premiumbad auf 20.000-35.000 €. Der durchschnittliche Preis liegt bei 15.000-18.000 €.

Kann ich eine Badsanierung selbst machen?

Teilweise ja - aber nur bei einfachen Arbeiten wie dem Verlegen von Fliesen oder dem Einbau von Möbeln. Die wichtigsten Arbeiten - Rohrleitungen, Elektrik, Abdichtung, Dichtungen - müssen von einem Fachmann gemacht werden. Sonst drohen Wasserschäden, Schimmel oder sogar Stromunfälle. Wer versucht, alles selbst zu machen, spart oft nicht, sondern verliert viel mehr.

Welche Förderungen gibt es für eine Badsanierung?

Die KfW fördert seit 2024 barrierefreie Sanierungen mit bis zu 6.240 € Zuschuss pro Wohnung. Voraussetzung: breitere Türen, rutschfeste Böden, Haltegriffe, ebenerdige Dusche. Außerdem gibt es zinsgünstige Kredite für Energieeffizienzmaßnahmen wie Fußbodenheizung oder wassersparende Armaturen. Die Förderung muss vor Baubeginn beantragt werden.

Warum sind Handwerkerkosten in München höher als in Graz?

In Großstädten wie München oder Hamburg liegen die Stundensätze für Handwerker bei 60-80 €, in mittleren Städten wie Graz bei 50-70 €, in ländlichen Gebieten bei 40-60 €. Der Grund: höhere Lebenshaltungskosten, höhere Nachfrage und weniger Fachkräfte in ländlichen Regionen. In Graz ist es also günstiger als in München - aber nicht billig.

Wie lange hält eine Badsanierung?

Eine gut gemachte Badsanierung hält 15-25 Jahre. Fliesen und Abdichtung halten bis zu 30 Jahre, wenn sie richtig verlegt wurden. Armaturen und Möbel haben eine Lebensdauer von 10-15 Jahren. Wer billig baut, muss nach 8-10 Jahren nachbessern - das kostet mehr als eine gute Sanierung von Anfang an.

Was ist der größte Kostentreiber bei einer Badsanierung?

Der größte Kostentreiber ist die Sanitärinstallation - also die neuen Rohre, die Duschwanne, die Badewanne und die Anschlüsse. Hier liegen 4.500 € der Gesamtkosten. Danach folgen die Fliesen und das Verlegen. Wer sparen will, sollte hier nicht an der Qualität sparen - denn ein Undichtigkeitsschaden kann 10.000 € kosten.

Januar 10, 2026 / Bauen und Renovieren /

Kommentare (1)

Anton Avramenko

Anton Avramenko

Januar 11, 2026 AT 15:24

Ich hab letztes Jahr mein Bad gemacht und war total überrascht, wie schnell die Kosten klettern. Hatte 12k eingeplant, kam auf 16k – aber es war jeden Cent wert. Kein Schimmel, keine lecken Leitungen, und morgens duschen fühlt sich an wie im Spa. Wer spart, zahlt später doppelt.

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