Walk-in-Dusche im Badezimmer: Die besten Glasoptionen und wie Sie Abdichtung fehlerfrei machen

Wenn Sie Ihr Badezimmer modernisieren, ist eine Walk-in-Dusche heute die beliebteste Wahl. Keine Türen, keine Kabinen, nur offen, klar und barrierefrei. Doch was viele nicht wissen: Die Schönheit der Glaswände hängt zu 70 % von der Abdichtung ab - nicht vom Glas selbst. Ein falsch verlegter Silikonrand, eine unebene Bodenplatte oder ein zu dünner Untergrund - schon nach zwei Jahren lecken die Ecken. Und dann wird’s teuer. Kein Wunder, dass 72 % aller Wasserschäden in neuen Bädern genau an diesen Übergängen entstehen.

Was macht eine Walk-in-Dusche wirklich aus?

Eine Walk-in-Dusche ist mehr als nur eine Dusche ohne Tür. Sie ist ein Designelement, das Raum und Licht vergrößert. Im Gegensatz zu klassischen Duschkabinen, die oft mit Schiebetüren und Rahmen arbeiten, bietet sie eine offene, nahtlose Verbindung zum restlichen Badezimmer. Das funktioniert nur, wenn das Glas stabil bleibt und das Wasser genau dort bleibt, wo es hingehört: im Duschbereich.

Heute setzen 37 % aller Neubauten in Deutschland auf diese Lösung - das ist ein Anstieg von fast 20 Prozentpunkten seit 2015. Warum? Weil sie barrierefrei ist. Für Senioren, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oder einfach für alle, die morgens nicht über eine Kante steigen wollen. Die Norm DIN 18040-2 (2022) macht das sogar zur Pflicht in vielen Neubauten.

Doch das Glas ist nur die Hälfte der Geschichte. Die wahre Herausforderung liegt darunter: der Boden, die Wand, die Fugen.

Welches Glas ist das richtige?

Nicht jedes Glas ist gleich. Wer hier spart, zahlt später mit Feuchtigkeitsschäden, Rissen oder teuren Reparaturen.

Standard ist Einscheibensicherheitsglas (ESG) mit 8 mm oder 10 mm Dicke. Das ist kein normales Floatglas. ESG wird thermisch vorgespannt - das heißt, es wird auf über 600 °C erhitzt und dann plötzlich abgekühlt. Dadurch entstehen innere Spannungen, die es fünfmal widerstandsfähiger machen als gewöhnliches Glas. Bei einem Bruch zerspringt es nicht in scharfe Scherben, sondern in kleine, stumpfe Stücke. Das ist kein Marketing-Gag - das ist DIN-EN 12150.

Die Höhe der Glaswände liegt meist bei 200 cm. Das ist ausreichend, um Spritzwasser zu halten, ohne das Bad zu erdrücken. Die Breite variiert zwischen 80 und 120 cm. Zu schmal, und Sie haben Platzprobleme. Zu breit, und die Stabilität leidet - besonders bei 8 mm Glas.

Die neueste Entwicklung? 10 mm Super White Glass. Das ist eisenoxidarmes Glas, das keinen grünlichen Schimmer mehr hat. Es wirkt fast durchsichtig, wie Kristall. Hersteller wie Bernstein Badshop setzen das in ihren Premium-Modellen ein. Es ist teurer - aber wer einmal gesehen hat, wie es im Licht strahlt, will kein anderes mehr.

Was ist mit Kunststoff? Ja, es gibt Alternativen. Sie sind 25 % leichter und 15 % günstiger. Aber: Sie kratzen leicht, verfärben sich mit der Zeit und verlieren ihre Form. Nach 8-10 Jahren sind sie meist rau, trüb oder verbogen. ESG-Glas hält 15-20 Jahre - und das bei richtiger Pflege.

Die Abdichtung: Wo die meisten scheitern

Hier kommt der entscheidende Punkt. Die meisten Leute denken: „Wenn das Glas dicht ist, ist alles gut.“ Falsch. Das Glas ist nicht die Abdichtung. Es ist nur die Begrenzung. Die echte Abdichtung liegt unterhalb - im Boden und an der Fuge zwischen Boden und Glas.

Die Norm dafür ist DIN 18195-5. Sie sagt klar: Der Untergrund muss wasserdicht sein, bevor das Glas kommt. Und das geht nicht mit zwei Lagen Tapete und einem Sprühkessel.

Die richtige Abdichtung läuft in drei Schritten:

  1. Grundierung: Ein spezieller Primer (z. B. Knauf Grundiermittel) wird auf den Untergrund aufgetragen. Das sorgt dafür, dass die Dichtung haften kann.
  2. Flüssige Dichtung: Eine flüssige Dichtmasse (z. B. Knauf Flachdicht) wird mit einer Rolle oder Bürste aufgetragen - mindestens zwei Schichten, mit Trocknungszeit dazwischen.
  3. Armierungsgewebe und Deckschicht: Ein Glasfaser-Gewebe wird in die noch feuchte Dichtung eingelegt. Danach kommt eine letzte Schicht. Das ist die „Rüstung“ gegen Risse.

Danach kommt das Glas. Und hier ist der entscheidende Moment: Die Fuge zwischen Boden und Glas darf nicht mehr als 4 mm breit sein. Größer? Dann fließt Wasser darunter. Klein? Dann passt der Dichtungssilikon nicht. Und das Silikon? Nicht irgendein Silikon. Sondern Sanitärsilikon mit Schimmelresistenz - wie Soudal Sanisil. Es ist teurer als das billige vom Baumarkt, aber es hält 15 Jahre. Und es verhindert schwarze Ränder.

Was passiert, wenn man das übersieht? In 18 % der Fälle treten innerhalb von drei Jahren Feuchtigkeitsschäden auf - an der Wand, unter dem Boden, im Holzgerüst. Und dann muss man das ganze Bad aufreißen.

Technician applying waterproofing membrane and glass fiber mesh to prepare a bathroom floor for glass shower installation.

Die Rolle der Nano-Beschichtung

Ein weiterer Vorteil moderner Glaswände: Nano-Beschichtungen. Sie sind nicht nur ein Verkaufstrick. Sie funktionieren.

Die neuesten Versionen reduzieren Kalkablagerungen um bis zu 85 % im Vergleich zu unbeschichtetem Glas. Wie? Die Oberfläche wird mit winzigen Partikeln beschichtet, die Wasser abperlen lassen. Kalk hat keine Chance, sich festzusetzen.

Das bedeutet: Sie brauchen nicht mehr täglich zu putzen. Einmal pro Woche mit einem weichen Lappen und Wasser reicht. Und wenn Sie einen Glasreiniger benutzen - dann nur einen, der speziell für beschichtete Oberflächen geeignet ist. Sudo, Sulo oder Ecover sind gute Optionen. Aggressive Reiniger mit Ammoniak oder Säuren zerstören die Nano-Schicht. Und dann ist es vorbei mit dem Abperleffekt.

Studien von Dr. Anja Müller an der TU München zeigen: Nutzer, die diese Beschichtung nutzen, reinigen ihre Dusche 40 % seltener - und haben 65 % weniger Kalk.

Was Sie vor der Installation beachten müssen

Bevor Sie den Handwerker rufen, prüfen Sie drei Dinge:

  • Der Boden muss absolut waagerecht sein. Maximal 1 mm Abweichung pro Meter. Ein geneigter Boden? Dann läuft das Wasser nicht zum Abfluss - es sammelt sich an der Seite. Das ist ein klassischer Fehler bei Eigenbauern.
  • Die Wände müssen tragfähig sein. Mindestens 8 mm Putzdicke. Sonst kann das Glas nicht richtig befestigt werden. Wenn die Wand aus Gipskarton ist, muss sie mit Holz- oder Metallverstärkung nachgerüstet werden.
  • Der Abfluss muss passen. Ein Standardablauf reicht nicht. Sie brauchen einen speziellen Duschablauf mit integrierter Dichtung und 100 mm Durchmesser. Sonst staut sich das Wasser - und drückt gegen die Fuge.

Professionell installiert dauert die Montage 6-8 Stunden. Wenn es länger dauert, ist etwas schiefgelaufen. Die meisten Fehler passieren beim Einsetzen der Glaswände - wenn sie nicht exakt ausgerichtet sind. Dann zieht das Silikon nicht gleichmäßig, und es entstehen Hohlräume.

Was kostet das?

Preise variieren stark:

  • Einsteiger-Modell (8 mm, ohne Nano): 159-229 €
  • Mittelklasse (10 mm, Nano-Beschichtung): 279-349 €
  • Premium (Super White Glass, Edelstahlprofile): 350-399 €

Die Installation kostet extra: 400-800 €, je nach Aufwand. Wenn die Abdichtung komplett erneuert werden muss, rechnen Sie mit 1.200 € zusätzlich.

Im Vergleich: Eine Kunststoffdusche kostet 99 €, aber nach 5 Jahren ist sie kaputt. Glas hält länger - und wertet das Bad auf.

Cross-section view of a shower's glass-to-floor seal with nano-coated glass and waterproofing layers highlighted.

Die Realität: Was Nutzer wirklich sagen

Auf Trustpilot haben Walk-in-Duschen mit Glaswänden 4,1 von 5 Sternen. Die meisten positiven Bewertungen lauten: „Endlich leicht zu reinigen!“, „Sieht aus wie ein Spa!“, „Keine Tür, die sich verhängt.“

Aber die negativen? Die sind immer gleich: „Nach zwei Jahren hat es an der Ecke geregnet.“

Ein Nutzer aus dem Badratgeber-Forum schreibt: „Ich habe das Glas selbst eingebaut. Die Fuge war 7 mm breit. Nach 18 Monaten war die Wand hinter der Dusche schwarz vor Schimmel.“

Das ist kein Einzelfall. 27 % der Nutzer berichten von Problemen an der Glas-Boden-Fuge - meist wegen falscher Abdichtung oder zu großer Fugenbreite.

Was kommt als Nächstes?

Die Zukunft ist smart. Bis 2026 werden 40 % der Premium-Walk-in-Duschen mit Sensoren ausgestattet sein, die die Feuchtigkeit an den Fugen messen. Wenn es zu feucht wird, senden sie eine Warnung an Ihr Handy. Das ist kein Science-Fiction - das testen bereits Hersteller wie Glasprofi24.

Und dann gibt es noch die magnetischen Dichtprofile. Statt Silikon wird ein Magnetband zwischen Glas und Boden eingebaut. Es drückt sich dicht an - und kann bei Bedarf ausgetauscht werden, ohne das ganze Bad aufzureißen. In der Testphase, aber vielversprechend.

Die Demografie hilft: Mit jedem Prozentpunkt mehr Menschen über 65 steigt die Nachfrage nach barrierefreien Bädern um 0,75 %. Die Walk-in-Dusche ist nicht nur ein Design-Trend - sie ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit.

Was Sie jetzt tun sollten

Wenn Sie planen, eine Walk-in-Dusche einzubauen:

  • Wählen Sie 10 mm ESG-Glas mit Nano-Beschichtung - nicht das billigste.
  • Verwenden Sie Sanitärsilikon mit Schimmelresistenz - kein normales Silikon.
  • Stellen Sie sicher, dass der Boden waagerecht und dicht ist - vor dem Einbau des Glases.
  • Warten Sie, bis die Abdichtung mindestens 48 Stunden getrocknet ist, bevor das Glas montiert wird.
  • Reinigen Sie monatlich die Fugen - mit einem feuchten Lappen, nicht mit Scheuermittel.

Die Walk-in-Dusche ist kein Luxus. Sie ist die logische Weiterentwicklung des Badezimmers. Aber nur, wenn Sie sie richtig machen. Glas ist stark. Aber die Abdichtung ist stärker. Und sie entscheidet, ob Sie in 10 Jahren noch lächeln - oder reparieren.

Februar 14, 2026 / Bauen und Renovieren /