DIN 4109, die deutsche Norm für Schallschutz in Gebäuden, legt fest, wie viel Lärm durch Wände, Böden und Decken hindurchdringen darf. Auch bekannt als Schallschutz-Norm, ist sie die Grundlage für ruhige Wohnungen – egal ob Neubau oder Sanierung. Wenn Sie sich fragen, warum Ihre Nachbarn so laut hören, obwohl die Wand dick ist: Die Antwort liegt oft nicht in der Masse, sondern in der Einhaltung dieser Norm.
DIN 4109 unterscheidet zwischen Wohnschall, dem Lärm von Gesprächen, Fernseher oder Musik, der durch Luft übertragen wird und Trittschall, dem Knacken, Stampfen oder Rollen von Möbeln, der über Decken und Böden geht. Beide werden mit unterschiedlichen Messwerten bewertet. Der Wohnschall wird in dB gemessen – je niedriger der Wert, desto besser. Für Mehrfamilienhäuser gilt oft ein Grenzwert von 50 dB oder weniger. Trittschall hingegen wird als Ln,w-Wert angegeben: unter 53 dB gilt als gut, über 60 dB als problematisch. Viele Bauherren denken, eine dicke Betondecke reicht. Tatsächlich braucht es spezielle Schalldämm-Matten, Federungen oder schwimmende Estriche, um Trittschall wirkungsvoll zu dämpfen.
DIN 4109 ist kein Vorschlag – sie ist rechtlich bindend. Wer sie ignoriert, riskiert Baugenehmigungsprobleme, Nachbarklagen oder sogar Mietminderungen. Besonders bei Sanierungen wird sie oft übersehen: Wer alte Holzböden ersetzt, aber keine neuen Dämmschichten einbaut, erfüllt die Norm nicht. Auch Fenster, Türen und Leitungs Durchführungen können Schallbrücken bilden – und das, obwohl die Wand perfekt gedämmt ist. Die Norm fordert eine ganzheitliche Betrachtung. Es geht nicht nur um die Decke, sondern um den gesamten Gebäudekasten.
Was viele nicht wissen: DIN 4109 gilt nicht nur für Neubauten. Auch bei Umbauten, wenn Räume neu genutzt werden – etwa ein Keller zur Wohnung ausgebaut wird – müssen die Schallschutzanforderungen erfüllt werden. Und wer Fördermittel wie KfW oder BEG beantragt, braucht einen schalltechnischen Nachweis. Ohne DIN 4109-Konformität gibt’s kein Geld. Die Norm ist also nicht nur ein technisches Detail – sie ist ein Schlüssel für Wertsteigerung, Komfort und rechtliche Sicherheit.
In den Artikeln unten finden Sie konkrete Lösungen: Wie Sie Trittschall in Altbauten reduzieren, welche Materialien wirklich helfen, wie Sie die Norm beim Fenstertausch einhalten und warum viele Schallschutz-Maßnahmen teuer werden, weil sie falsch geplant wurden. Alles basiert auf Praxiserfahrungen – nicht auf Theorie.
Offene Treppen im Wohnraum wirken elegant, doch sie bringen große akustische und sicherheitstechnische Herausforderungen mit sich. Erfahren Sie, wie Sie Trittschall reduzieren, das Geländer richtig dimensionieren und die gesetzlichen Anforderungen erfüllen.
Weiterlesen
Beim Bodenbelagswechsel in Eigentumswohnungen gilt nicht die aktuelle DIN 4109, sondern die Norm vom Baujahr. Erfahren Sie, wie Sie Trittschallprobleme vermeiden, rechtlich sicher handeln und Streit mit Nachbarn verhindern.
Weiterlesen