Wenn Sie ein Haus bauen oder sanieren, ist eine Reserveleitung, eine zusätzliche, leere Leitung, die für spätere Erweiterungen in der Elektroinstallation vorgesehen ist. Auch bekannt als Leitungsreserve, ist sie kein Luxus – sie ist eine gesetzliche Anforderung nach DIN 18015 und macht Ihren Hausanschluss zukunftssicher. Viele Hausbesitzer denken, sie brauchen nur die Leitungen, die sie jetzt verwenden. Doch was, wenn Sie in fünf Jahren eine Wallbox für das Elektroauto einbauen, eine neue Heizung mit Smart-Home-Steuerung installieren oder im Dachgeschoss ein Homeoffice einrichten? Ohne Reserveleitungen müssen Sie Wände aufbrechen, Fußböden zerstören oder teure Nacharbeiten in Kauf nehmen.
Reserveleitungen sind nicht nur für Elektrik wichtig. Sie gehören auch zur Sanierung, die strukturierte Modernisierung eines Gebäudes mit Fokus auf Energieeffizienz und Funktionalität. In der Praxis bedeutet das: Jede neue Leitung, die Sie verlegen, sollte eine Reserve mitführen – etwa eine zusätzliche Rohrleitung für Strom, Daten oder Heizungssteuerung. Das gilt besonders bei Wärmedämmung, Fenstertausch oder der Installation von Wärmepumpen. Wer heute ohne Reserve baut, zahlt später doppelt. Ein Bausachverständiger aus einer unserer Beiträge hat es klar gesagt: "Die meisten teuren Sanierungsfehler entstehen nicht durch schlechte Materialien, sondern durch fehlende Planung für die Zukunft."
Reserveleitungen sind kein Thema für Elektriker allein. Sie hängen mit Baugenehmigung, die rechtliche Zulassung für Bauvorhaben nach den Vorgaben der Landesbauordnung und Barrierereduzierung, die Anpassung eines Gebäudes für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zusammen. Denn wer eine Tür breiter macht, braucht Platz für die Leitungen hinter der Wand. Wer einen Aufzug einbaut, braucht eine Reserve für die Stromversorgung. Wer einen barrierefreien Badumbau plant, braucht eine Reserve für die Heizung unter dem Boden. Es geht nicht um mehr Kabel – es geht um mehr Flexibilität.
In unseren Artikeln finden Sie konkrete Beispiele: Von der Planung einer Reserveleitung für die Wallbox über die Integration in eine Dachsanierung bis hin zur Vermeidung von teuren Nacharbeiten bei der Kellerausbau-Genehmigung. Wir zeigen, wie Sie die Normen einhalten, ohne überzubauen – und wie Sie Fördermittel nutzen, wenn Sie die Leitungsreserve mit einer energetischen Sanierung verknüpfen. Es geht nicht darum, alles gleichzeitig zu machen. Es geht darum, alles so zu planen, dass Sie später nicht vor einer zerstörten Wand stehen und sich fragen: "Warum habe ich das nicht gleich mitgeplant?"
Leerrohre und Reserveleitungen sind die unsichtbare Grundlage jeder zukunftssicheren Elektroplanung. Sie sparen Kosten, vermeiden Abbruch und machen Ihr Haus fit für Smart Home, Glasfaser und mehr - ohne teure Nacharbeiten.
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